Wusstet Ihr, 

  • das die älteste versteinerte Honigbiene 25 Mio. Jahre alt ist
  • „Bien“ ein Sammelbegriff für etwa 12 000 Arten ist
  • die europäische Honigbiene in einem Staat lebt
  • das Facettenauge einer Arbeitsbiene aus 5000 Einzelaugen besteht.
  • das die Biene die Welt anders sieht als wir Menschen          
  • das sie extrem anpassungsfähig ist und eine große Anzahl unterschiedlicher Blüten besucht
  • das sie blütenstet ist, das heißt, Honigbienen bleiben während eines Sammelfluges immer einer Blütenart treu.
  • das 10 Bienen nur 1 Gramm wiegen
  • das sie perfekt organisiert sind (spezielle Sammlerinnen kümmern sich ausschließlich um das Eintragen der Tracht (Futter).
  • das eine Königin, Weisel genannt zeitweilig pro Tag bis zu 2000 Eier legen kann
  • das aus befruchteten Eiern weibliche Bienen, aus unbefruchteten Drohnen (Männer) entstehen
  • Solitärinsekten dank ihrer großen Anzahl überlegen sind.
  • das sie kommunikationsfähig sind und mit bestimmten Bienentänzen die Position zu einer Futterquelle erstaunlich genau weitergeben
  • das sie unermüdlich im Einsatz sind: Etwa 40.000 Mal muss eine Biene ausfliegen, um einen Liter Nektar zu sammeln, der schließlich ca. 500 Gramm Honig ergibt
  • das sie fleißig sind: An einem Tag fliegt eine Biene bis zu 30 Mal aus und besucht bei einem Flug 200 – 300 Blüten.
  • das sie fähig sind als Volk zu überwintern
  • das ein gesundes Volk mit etwa 4000 – 8000 Arbeiterinnen ins neue Jahr startet
  • das eine Bienenlave innerhalb von 6 Tagen ihr Ausgangsgewicht auf das 500-fache vermehrt- Danach müsste ein Baby in 6 Tagen 32 Zentner zunehmen.
  • das die Honigbiene wirtschaftlich eine echte Größe iat. Um das nachzuvollziehen, reicht meist schon eine Zahl: Rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab
  • das das Sammelgebiet eines Bienenvolkes sich auf annähernd 50 Quadratkilometer erstreckt, es ist damit etwa so groß wie Bremen
  • das für 500 Gramm Honig die Arbeitsbienen rund 40.000-mal ausfliegen müssen und dabei eine Flugstrecke von rund 120.000 km zurücklegen
  • das an guten Tagen die Sammlerinnen eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einfliegen.
  • das für ein Pfund Honig eine Biene drei Mal um die Erde fliegt
  • das Rund 80 % der 2.000 – 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen sind
  • das Gummibärchen mit feinem Bienenwachs überzogen werden

 

Obwohl sie so klein sind, leisten sie Großes. Das muss geschützt werden!

Bienen eine Wunderwelt

 

Äußerer Bau der Arbeitsbiene 

Wie bei allen Insekten besitzt der Insektenkörper der Honigbiene ein Außenskelett aus Chitin und ist in drei Grundabschnitte Kopf, Brust oder Thorax und Hinterleib bzw. Abdomen aufgeteilt. Der Hinterleib ist besonders beweglich. So kann die Biene ihren Giftstachel zur Verteidigung einsetzen. Das Füllen der Kot blase im Winter ist damit auch kein Problem für sie.

 

Die Hinterbeine der Arbeitsbiene sind zu Sammelbeinen  ausgebildet. An den Vorderbeinen befindet sich eine stark behaarte Putzscharte. Mit dieser säubert sie ihre Fühler. Die Honigbiene besitzt neben den beiden Facettenaugen auch noch drei Punktaugen. Die Atemöffnungen an Brust und Hinterleib werden Stigmen genannt. Sie ermöglichen die Sauerstoffzufuhr zu den inneren Organen.

 

Die beiden Flügelpaare ermöglichen der Biene wendige Flugmanöver. Beim Fliegen sind Vorder- und Hinter Flügel wie bei einem Reißverschluss fest miteinander verbunden. Eine Biene erreicht eine Geschwindigkeit von etwa 30 kmh. Die hohe Schlagzahl der Flügel von bis zu 150 Schlägen pro Sekunde wird durch kräftige Muskelpakete im Brustraum ermöglicht. Die Flügel werden nicht nur zum Fliegen, sondern auch zum Belüften im Bienenstock eingesetzt. Außerdem kann die Biene mit den Flügeln Laute erzeugen, deren Funktion bisher noch nicht erforscht ist. Die starke Behaarung des Bienenkörpers dient zur Wärmeisolation und zur Wahrnehmung von Luftbewegungen.

 

Mundwerkzeuge der Insekten  

Die Mundwerkzeuge der Insekten sind an die verschiedenen Ernährungsweisen angepasst. Sie unterteilen sich in Oberkiefer (hellgrün, auch Mandibeln), Unterkiefer (dunkelgrün, auch Maxillen), Oberlippe (hellblau, auch Labrum) und Unterlippe (dunkelblau, auch Labium). Als ursprüngliche Form wird der kauend-beißende Typ angesehen (vgl.Schabe). Aus ihm haben sich im Laufe der Evolution die anderen Typen herausgebildet. Die Mundwerkzeuge sind bei den Insekten oft mit kräftigen Muskeln versehen. 

 

Mit Hilfe der Mundwerkzeuge sammeln die Honigbienen Nektar, der am Boden der Blüten ausgeschieden wird. Normalerweise sind die Mundwerkzeuge der Biene eingeklappt. Beim Besuch einer Blüte fährt die Biene die Mundwerk-zeuge aus. Diese übernehmen dann die Funktion eines Saugrüssels. Bei der Honigbiene bilden Unterkiefer und Unterlippe zusammen ein Saug-rohr, mit dem die Nahrung aufgenommen werden kann. Im Saugrohr bewegt sich die behaarte Zunge. Sie besitzt am Ende ein Löffelchen, das die Nahrung aufpinselt..

 

Sinnesorgane der Insekten 

Die Insekten besitzen eine Reihe von Sinnesorganen, die auf die jeweiligen Lebensweisen spezialisiert sind. Das behaarte Facettenauge setzt sich aus vielen Augenkeilen zusammen. Die Anzahl der Augenkeile bestimmt die Sehschärfe. Bei den Honigbienen besitzt eine Arbeiterin etwa 6.300 Augenkeile, während eine Großlibelle bis zu 30.000 Augenkeile aufweisen kann. Neben den Facettenaugen kommen bei den Honigbienen auch noch drei Punktaugen vor, die zur Messung der Lichtintensität dienen. Manche Insekten sehen auch Farben, bei den Honigbienen ist das Farbspektrum zum ultravioletten Licht hin verschoben. Rot können die Bienen demnach nicht von anderen Farben unterscheiden.

 

Der Geschmacksinn der Insekten sitzt oft wie bei den Bienen in den Mundwerkzeugen, gelegentlich aber auch im Fuß, zum Beispiel bei Schmetterlingen oder bei der Stubenfliege. Echte Gehörorgane sind nur bei wenigen Insekten vorhanden. Bei den Heuschrecken ist das Hörorgan am Bein in den Vorderschienen nahe beim Knie zu finden. Manche Insekten können die Schallschwingungen auch mit ihren Haaren wahrneh-men. Die geknieten Fühler der Honigbiene sind an ihren Endgliedern mit tausenden, teilweise spezialisierten Sinneszellen ausgestattet. Dadurch finden die Arbeiterin ihre Blüte und der Drohn die Königin. Die Fühler der Bienen vermitteln nicht nur Informationen über Düfte, sondern auch Werte zur Feuchtigkeit, Temperatur und zum Kohlenstoffdioxidgehalt der Luft.

 

Spürnase Biene!

Die Bienenwelt besteht aus einer Vielzahl von Gerüchen, die das Verhalten der Tiere beeinflussen. Das gilt sowohl für das Leben innerhalb des Stockes als auch für das Leben außerhalb.

Im Stock ist es dunkel – eine Tatsache, die wir Imker immer wieder vergessen, wenn wir ausgiebig in unseren Völkern „rumwühlen“. Aber die Biene muss mit dieser ständigen Dunkelheit leben und ist dabei im Wesentlichen auf Düfte und Vibrationen angewiesen. Gerade bei der Aufzucht der Brut spielen Duftstoffe eine große Rolle: Bienen können den Duft von Arbeiterinnen und Drohnenbrut unterscheiden, erkennen am Duft, wie alt die Larven sind und ob sie hungrig sind oder nicht. Oft sind die Düfte nur in einem kleinen Bereich, z. B. über einer Brutzelle, wirksam.

Es gibt aber auch Düfte, wie das Königinnenpheromon, die im gesamten Volk wahrgenommen werden. Es ist schon bemerkenswert, dass sich die Bienen in diesem Meer von Düften zurechtfinden, insbesondere wenn wir als Imker mit Rauch oder anderen Repellents wie z. B. Nelkenöl die „Parfümerie“ regelmäßig durcheinanderbringen. Deshalb ist es sicherlich sinnvoll, Rauch nur sparsam einzusetzen – das schont nicht nur die Bienen, sondern auch den Imker.

Innerer Bau der Honigbiene  

Die Insekten besitzen im Vergleich zu den Wirbeltieren kein Innenskelett. Der offene Blutkreislauf, ausgeprägte Sinnesorgane, ein Nervensystem und ein spezialisiertes Verdauungssystem kennzeichnen alle Insekten. Bei der Honigbiene gelangt die Nahrung nach der Nahrungsaufnahme mit Hilfe der Mund-werkzeuge über den Schlund und die Speiseröhre in die Honigblase. Diese dient als Transportbehälter für Nektar und Wasser. Die transportierten Stoffe können jederzeit wieder ausgewürgt werden. Der Hauptteil des gesammelten Nektars wird im Bienenstock zu Honig verarbeitet.

 

Die Honigblase kann etwa 60mm Nahrung aufnehmen. Um die Honigblase mit Nektar zu füllen, muss die Biene 1500 Kleeblüten aufsuchen. Von der Honigblase ragt ein Ventiltrichter in den Mitteldarm. Dieses Organ holt sich bei Nahrungsbedarf aus der Honigblase die notwendige Nahrung. Dabei ist gewährleistet, dass keine Nahrung in die Honigblase zurückfließen kann. Im Mitteldarm finden die eigentliche Verdauung und die Übergabe der Nährstoffe ins Blut statt. Die Malpighischen Gefäße arbeiten wie die Nieren bei den Wirbeltieren. Sie nehmen die Abfallstoffe aus dem Blut auf und geben sie in die Kotblase. Fliegt die Biene längere Zeit nicht und verbleibt sie im Bienenstock, darf sie keinen Kot abgeben. Das Zusammenleben der vielen Bienen im Stock erlaubt aus Hygienegründen kein Abkoten. Dies erklärt, warum zum Beispiel im Winter die Kotblase den gesamten Hinterleib der Bienen ausfüllt.

 

Die Bienen besitzen keinen geschlossenen Blutkreislauf mit Venen und Arterien, sondern das Blut befindet sich im gesamten inneren Bienenkörper und umfließt die Organe. Der Herzschlauch pumpt das Blut von hinten nach vorne direkt zum Gehirn. Bauchseitig fließt das Blut wieder zurück, so dass das Blut ständig in Bewegung ist. Bei den Bienen hat das Blut lediglich die Aufgabe des Nährstofftransports. Die Aufnahme von Sauerstoff erfolgt durch zehn paarweise angeordnete Atemlöcher am Hinterleib und an der Brust. Die Atemlöcher sind durch ein Röhrensystem aus  Tracheen mit den inneren Organen verbunden. Der Sauerstoff wird dabei direkt zugeführt. Die Bienen können auch aktiv ausatmen, in dem sie ihren Hinterleib zusammendrücken. 


Bienen besitzen ein hoch entwickeltes System an Sinnesorganen. Die Sinnesorgane in Verbindung mit Nervensystem und Gehirn ermöglichen eine gute Orientierungs- und Bewegungsfähigkeit.
Geschlechtsorgane sind nur bei der Königin und beim Drohn vorhanden. Arbeitsbienen sind weibliche Tiere, deren Eierstöcke nicht entwickelt sind. Von besonderer Bedeutung sind die Drüsen

 

Die drei Bienenwesen 

Die männlichen Bienen werden Drohnen genannt. Sie besitzen einen gedrungenen Körper und haben größere Augen. Ihre Aufgabe besteht in der Begattung der Königin. Beim Spenden des Spermas stülpt sich das männliche Geschlechtsorgan nach außen. Die inneren Organe werden dabei abgerissen und der Drohn stirbt. Die Königin nimmt das Sperma auf und lagert es in ihren Samenblasengang ein. So kann die Königin bis zu sieben Millionen Spermien in ihrem eigenen Körper über Jahre am Leben erhalten.

 

Die Königin wird vom Imker auch Weisel genannt, sie ist an ihrem langen, schlanken Hinterleib zu erkennen. Nur sie besitzt voll entwickelte weibliche Geschlechtsorgane. Sie legt täglich bis zu 1.500 Eier in die Wabenzellen. Sind die Eier befruchtet, entstehen neue Arbeiterinnen. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich die männlichen Drohnen. Für die Nachzucht von neuen Königinnen bauen die Arbeiterinnen am unteren Wabenrand eine längliche und nach unten offene Weiselzelle. In diese legt die Königin befruchtete Eier. Der Königinnen-Nachwuchs wird nur mit Nahrung aus der Futtersaftdrüse der Arbeiter-innen gefüttert und nicht mit Honig oder Pollen. Die Königin scheidet einen Duftstoff ab, der von den Arbeiterinnen durch körperlichen Kontakt im ganzen Bienenvolk verbreitet wird und zur Erkennung des eigenen Volks dient.

 

Die drei Bienenwesen besitzen eine Vielzahl an Drüsen, von denen hier nur einige genannt werden: Kopfdrüsen und Speicheldrüsen sind bei allen drei Bienenwesen vorhanden. Sie ermöglichen das Auflösen von Zucker und das Verarbeiten des Bienenwachses. Außerdem besitzen alle Bienenwesen zur Verbes-serung der Haftung Drüsen an den Füßen. Ein dort hergestellter Duftstoff markiert den Nesteingang und die Futterplätze. Arbeiterinnen besitzen Oberkiefer- und Futtersaftdrüsen, die Stoffe zur Nahrungsverarbeitung herstellen. Besonders wichtig zum Bau der Bienenwaben sind die Wachsdrüsen der Arbeiterinnen. Sie sitzen zwischen den Bauchschuppen des Hinterleibs und dienen der Wachsproduktion. Die Giftdrüsen am Hinterleib der Arbeiterinnen versorgen den Giftstachel. Fühlt sich die Arbeiterin durch ein anderes Insekt bedroht, durchbohrt sie den fremden Insektenpanzer mit ihrem Stachel und zieht ihn wieder heraus. Sticht die Biene jedoch einen Menschen, arbeitet sich der mit Widerhaken besetzte Stachel in die elastische Haut hinein, so dass der Biene der ganze Stachelapparat aus dem Hinterleib gerissen wird und die Biene verendet.

 

Königin (Weisel)

Bei einem Bienenvolk ist die Königin (Weisel) ständig von ihrem Hofstaat umgeben. Die Arbeiterinnen versorgen die Weisel mit Futter und beschützen sie. Nach der Begattung durch einen Drohn, legt die Weisel ihre Eier in die von den Arbeitsbienen vorbereiteten Wabenzellen. Beim Legen überprüft die Weisel, ob die Wabenzelle sauber ist. Handelt es sich um kleinere Zellen, öffnet die Weisel ihren Samenblasengang und befruchtet das Ei kurz vor dem Hineinlegen. So entstehen Brutzellen für den Nachwuchs der Arbeiterinnen. Handelt es sich um eine größere Zelle, hält die Weisel ihren Samenblasengang geschlossen und legt ein unbefruchtetes Ei hinein, aus denen sich die männlichen Drohnen entwickeln. 

 

 

Nach etwa drei Tagen

kriecht eine kleine Larve aus dem Ei. Diese wird von den Arbeits-bienen sofort mit einem vorgefertigten Brei gefüttert. Die Larve häutet sich fast täglich. Anfangs liegt die Bienenmade gekrümmt am Grund der Wabenzelle. Mit dem Wachstum der Larve wird aus der anfänglichen Rundmade eine Streckmade, sie füllt dann in gestrecktem Zustand fast die ganze Zelle aus. Eine ausgewachsene Larve wiegt 5.000mal mehr als beim Schlüpfen aus dem Ei.

 

Während dem Larvenstadium bilden sich Spinndüsen aus und die Larve spinnt sich vollständig ein. Der Kokon bildet eine undurchlässige Schicht und verhindert Infektionen. Die Ernährung wird durch die Arbeitsbienen geleistet, die als "Ammen" fungieren. Sie füttern die Larven anfangs mit Futter-saft aus ihren Futtersaftdrüsen. Nach drei Tagen erhält die Larve nur noch Blütenstaub und Honig. Weisel erhalten während der gesamten Brutzeit Futtersaft. Dies begünstigt das Ausbilden der Geschlechtsorgane. Am Ende des Larvenstadiums bedecken die Ammenbienen die Wabenzellen mit Wachs. Mit dem Puppenstadium beginnt eine 9tägige Ruhezeit. Nach 21 Tagen ist es so weit: Die Puppenhaut platzt und das voll entwickelte Insekt zernagt von innen den Deckel der Wabenzelle. Bei Weiseln dauert die Entwicklung etwas schneller, bei Drohnen langsamer.

 

 

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Dauer der Entwicklung:

Das Leben einer Arbeiterin kann nach dem Schlüpfen in vier Abschnitte aufgeteilt werden:

 

Ammenbiene 1-10 Tag

In den ersten drei Tagen ist die Arbeiterin mit dem Putzen ihres Körpers und der Wabenzellen beschäftigt. Danach hilft sie mit, die Brut zu füttern, ihre Futtersaftdrüsen sind jetzt voll entwickelt. Diese Tätigkeit dauert bis zum 10. Tag nach dem Schlüpfen.

 

Baubiene 11-18 Tag

Mit Hilfe des Wachses aus den Wachsdrüsen bauen die Arbeiterinnen gemeinsam die Waben. Am Ende dieser Phase bewegen sich die Arbeiterinnen zunehmend zum Ausgang des Bienenstocks. Sie nehmen jetzt auch Pollen und Nektar entgegen. Wird es im Stock zu warm, fächeln sie mit ihren Flügeln kühle Luft in den Bau.

Wächterbiene 19-21 Tag

Die Wächterbienen bewachen den Eingang des Bienenstocks am Flugloch. Die Giftdrüse ist nun voll entwickelt. Naht eine Wespe oder eine Hornisse, wird diese gemeinsam bekämpft. Die Arbeiterinnen, die bis zum 21. Tag im Bienenstock ihre Arbeit verrichten, bezeichnet man auch als Stockbienen.

Sammelbiene 22-30 Tag

Bei dieser für den Stock überlebenswichtigen Tätigkeit sammeln die Arbeiterinnen mit Hilfe ihres Sammelbeines eiweißhaltigen Pollen und mit Hilfe von Saugrüssel und Honigblase zuckerhaltigen Nektar und Wasser. Die Nahrung wird in den Bienenstock gebracht und an alle verteilt. 

 

Wenn der Platz im Bienenstock zu eng wird, bereitet sich das Bienenvolk auf das Schwärmen vor. Das Volk schwärmt mit der alten Königin aus und sucht sich eine neue Behausung. Fängt der Imker den Schwarm nicht ein, sucht er einen neuen Platz in einem hohlen Baum und ein "wildes" Bienenvolk entsteht. Im Winter überwintert das gesamte Bienenvolk im Bienenstock. Das Volk ernährt sich von dem zuckerreichen Honigvorrat. Die Bienen erzeugen Körperwärme, die die Wärme im Bienenstock konstant bei 15 bis 20°C hält. Das Volk schließt sich dabei zu einer engen Traube im Inneren des Baus zusammen. Ein Bienenvolk mit 20.000 Bienen benötigt für diese Wärmeerzeugung von Oktober bis Mai etwa 12 bis 15 Kilogramm Honig. Im Februar beginnt die Königin wieder mit dem Eierlegen, und das Bienenvolk heizt die Waben auf 32 bis 35°C auf. Dies ist die optimale Temperatur zur Entwicklung der Brut.

 

Die Bienensprache 

Eines der erstaunlichsten Phänomene bei den Bienen ist ihre Fähigkeit miteinander zu kommunizieren. Speziell "ausgebildete" Suchbienen machen sich auf die Suche nach Futter auf und kehren dann heim in den Bienenstock. Durch einen Tanz auf den Waben teilen sie mit, wo die Futterquelle liegt. Die anderen Bienen machen die Bewegungen teilweise mit und erschnüffeln das mitgebrachte Futter.

 

Der Schwänzeltanz zeigt eine Trachtquelle an, die über 100 m entfernt ist. Die Tanzrichtung gibt den Winkel zwischen den Geraden "Bienenstand-Sonne" und "Bienenstand - Trachtpflanze" an. Mit der fortschreitenden Änderung des Sonnenstandes ändert sich dieser Winkel und damit auch die Tanzrichtung. Die Anzahl der Tanzwendungen (rechts-links, links-rechts) in einer bestimmten Zeiteinheit gibt die Entfernung der Trachtpflanze an. Bei weit entfernter Tracht-quellen ist der Tanzrhythmus langsamer.

 

Die Suchbiene kann aber nicht nur die Entfernung, sondern auch die Richtung der Futterquelle angeben. Zeigt der Mittelteil der Acht beim Schwänzeltanz genau in Richtung der Senkrechten zur Sonne, dann befindet sich die Futterquelle genau in Richtung des momentanen Sonnenstandes. Ist der Mittelteil beim Tanz um 30° nach rechts zur Sonne verschoben, dann müssen die Bienen mit 30° Abweichung zum Sonnenstand fliegen!

 

Auf diese Art und Weise können Futterquellen bis zu einer Entfernung von 10 Kilometern von allen Sammelbienen gefunden werden. Je länger die Suchbiene tanzt, umso ergiebiger ist die Futter-quelle. Beim einfachen Rundtanz liegt die Futterquelle in unmittelbarer Nähe des Bienenstocks. Die Richtung erkennen die Bienen auch bei bewölktem Wetter. Sie nehmen mit ihren Facettenaugen polarisiertes Licht wahr und bestimmen so die Richtung. Die Bienensprache wurde von dem österreichischen Zoologen und Nobelpreisträger Karl von Frisch (1886-1982) entdeckt und erstmals beschrieben.
 
Honigbienen verständigen sich nicht nur mit den Tänzen, sondern auch mit Düften, Berührungen und wahrscheinlich auch mit Flügelbewegungen. Rote Blüten werden nur schwer erkannt. Bei blauen Blüten haben sie mit ihren Facettenaugen jedoch keine Probleme. Sie fliegen eine einmal erkundete Futterquelle immer wieder an und finden ihren Bienenstock jederzeit wieder.

 

Bienenstock 

Bienen leben in einer sozialen Gemeinschaft im Bienenstock. Ein solches Bienenvolk kann aus bis zu 70.000 Bienen bestehen. Ursprünglich ließen sich die Bienenvölker in hohlen Bäumen oder in Felsnischen nieder. Heute verlassen sich die meisten Bienen auf die vom Imker zur Verfügung gestellten Behausungen. Der Imker setzt in die Bienenkiste und/oder Top Bar Hive bewegliche Anfangsstreifen ein. In diese bauen die Bienen Waben aus Wachs. Die Bienen legen ihren Vorrat an Pollen und Honig in den sechseckigen Wabenzellen an. Andere Waben dienen zur Aufzucht des Nachwuchses.

 

Beim Wabenbau bilden die Stockbienen eine Baugemeinschaft. Sie schwitzen aus ihren Wachsdrüsen flüssiges Wachs aus, das an der Luft sofort hart wird. Mit Hilfe der Sekrete aus den Speichel- und Oberkieferdrüsen zerkauen die Arbeiterinnen das Wachs und heften es an der vorgesehenen Stelle fest. Die fertig gebauten Waben stellen ein architektonisches Meisterwerk dar. Eine Wabe aus 40 Gramm Bienenwachs kann beispielsweise zwei bis drei Kilogramm Honig aufnehmen.

 

Neben der in menschlicher Obhut lebenden Honigbiene, kommen in Mitteleuropa 500 weitere Bienenarten vor. Die meisten dieser Bienen sind Einsiedler und leben nicht in einem Bienenvolk.  Sie suchen sich einfache Löcher in Bäumen und legen dort ihre Brutkammern an. Das Anlegen von Nisthilfen für Wildbienen stellt eine einfache Möglichkeit dar, diese Bienen zu beobachten.

 

Sammelbein der Arbeitsbiene

Zum Sammeln des eiweißhaltigen Pollens kriecht die Biene in eine Blüte und beißt mit ihren Kiefern die Staubbeutel auf. Dann wälzt sie sich im Blütenstaub, der an ihrem Körper haften bleibt. Den Körper hat sie zuvor mit erbrochenem Nektar eingerieben, so dass der Blütenstaub klebt. Nach dem Verlassen der Blüte säubert die Biene durch schnelle Bewegungen der Beine ihren Körper.

Vorder- und Mittelbeine holen den Pollen von Kopf und Brust und übergeben ihn an die Bürsten auf der Innenseite der Hinterbeine. Dann kämmt die Biene mit dem Kamm des gegenüberliegenden Beines die Bürsten aus. Der im Kamm hängende Pollen wird durch eine Bewegung des Gelenks zwischen Schiene und Fuß mit Hilfe des Pollenschiebers nach oben in das außen liegende Körbchen bewegt. Die Mittelbeine drücken den Pollen fest. Dabei entsteht ein Höschen, das in den Bienenstock getragen wird und den Larven als Futter dient.

 

Honigerzeugung 

Der Besuch einer Blüte durch eine Biene stellt in der Natur einen faszinierenden Vorgang dar. Die Blüte bietet der Biene das, was sie für das Bienenvolk benötigt, und gleichzeitig ermöglicht es der Blüte die Fortpflanzung. Die Blüte scheidet an ihrem Boden den zuckerhaltigen Nektar aus. Dieses "Lockmittel" benötigen die Bienen für ihre eigene Ernährung und für die Ernährung ihrer Nachkommen. Gleichzeitig wird der Bienenkörper aber auch mit Pollen benetzt. Fliegt die Biene zu einer anderen Pflanze erfolgt vielleicht eine Bestäubung und die Pflanze kann  sich fortpflanzen.  

 

Bei Bienenvölkern, die in den Wäldern leben, sammeln die Bienen auch Honigtau, einen Zuckersaft, den die Bienen auf Honigtau spendenden Bäumen wie Tannen, Fichten, Eichen oder Linden finden. Honigtau entsteht dadurch, dass Rinden- und Schildläuse die Saftbahnen der Pflanzen anstechen und die für ihr eigenes Wachstum notwendigen Eiweiße herausfiltern. Honig, der von diesen Bienenvölkern stammt, gelangt als "Waldhonig" oder "Tannenhonig" in den Handel. Waldhonig ist dunkler als Blütenhonig und bleibt relativ lange flüssig.

    

Kommen die Sammelbienen zurück zu ihrem Bau, werden die Sammelprodukte an die Stockbienen weitergegeben. Jedes Mal "verschluckt" die aufnehmende Biene den Nektar und mischt aus ihren Futtersaftdrüsen Enzyme hinzu, die die Zusammensetzung des Zuckers im Nektar verändern:

 

Mehrfachzucker (Rohrzucker) werden zu Einfachzuckern (Trauben- und Fruchtzucker) umgebaut. Gleichzeitig wird der Nektar unter Wasserentzug eingedickt. Durch die vielfache Weitergabe des aufbereiteten Nektars entsteht auf diese Art und Weise in einem "Gemeinschaftswerk" Honig. Den fertigen und veredelten Honig lagern die Bienen in die Wabenzellen ein und verschließen sie mit einem Deckel aus Wachs. So besitzt das Bienenvolk einen ständigen Vorrat zur Fütterung der Brut oder zur Überwinterung.

 

"Honig ist der süße Stoff,

den die Bienen erzeugen, indem sie Nektarien Säfte oder auch andere, an lebenden Pflanzenteilen sich vorfindenden süße Säfte aufnehmen, durch körpereigene Stoffe bereichern, in ihrem Körper verändern, in Waben aufspeichern und dort reifen lassen".

Dieser Satz verdeutlicht die Funktion der Bienen als "Honigmacherinnen".

 

Zur Honigentnahme nimmt der Imker die Waben aus dem Bienenstock heraus und setzt sie in eine Schleuder ein. Durch den schnellen Drehvorgang läuft der Honig an der Innenwand des Schleuderbehälters herunter und kann unten gesammelt werden. Da das Bienenvolk den Honig normalerweise für die Überwinterung benötigt, ersetzt der Imker den verlorenen Honig durch Zuckerwasser. Pro Bienenvolk werden etwa 20kg Zucker zugegeben. Die Bienen verarbeiten den Zucker wie den Nektar zu Honig und lagern ihn in die Wabenzellen ein.

   

Fertiger Honig besteht hauptsächlich aus Fruchtzucker (38%) und Traubenzucker (31%), Malzzucker und Rohrzucker machen einen geringeren Anteil aus (5%). Der Wassergehalt darf nach den gesetzlichen Vorschriften 21% nicht überschreiten. Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist relativ gering (weniger als 1%). Insofern dient der Honig vorrangig als energiespendende Nahrungsquelle für den Menschen. Frischer Honig ist daran zu erkennen, dass er dünn- oder zähflüssig ist. Bei älterem Honig sind die Zucker auskristallisiert. Dies sagt jedoch nichts über die Qualität des Honigs aus. Honig von hoher Qualität zeichnet sich durch ein gleichmäßiges Aussehen und einen angenehmen, honigtypischen Geschmack aus.

 

Bestattung im Bienenvolk – Gestorben wird immer!

Bienen tragen ihre toten Artgenossen aus dem Stock – und das nicht ohne Grund. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass Brut, Bienen und Vorräte nicht durch Bakterien oder Schimmel belastet werden.

Mikroorganismen, die bei der Verwesung des Totenfalls entstehen, könnten sich bei den warmen Temperaturen im Bienenvolk gut vermehren. Ebenso verhindert das Heraustragen von Toten, dass durch den Verwesungsgeruch potenzielle Feinde angelockt werden.

Dieses Verhalten ist auch bei anderen staatenbildenden Insekten, wie den Ameisen, bekannt. Amerikanische Forscher haben diesen Bereich des Hygieneverhaltens, das „undertaking behaviour“ oder die „Leichenbestattung im Bienenvolk“, genauer untersucht und festgestellt, dass einzelne Arbeiterinnen tote Artgenossen bis zu 150m vom Stock wegtragen. Die genetische Analyse von Arbeiterinnen hat gezeigt, dass es Geschwisterlinien gibt, die besonders häufig tote Tiere heraustragen und diese besonders weit tragen. Diesen Tieren liegt die Bestattung sozusagen „im Blut“.

 

Biomasse Biene

Der Honigbiene kommt im Naturhaushalt eine Schlüsselrolle zu. Bienen bestäuben eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen, deren Samen und Früchte die Nahrungsgrundlage vieler Tiergruppen sind. Der Wert dieser Leistung ist schwer zu ermitteln, aber wer es versucht, erreicht leicht Zahlen in Milliardenhöhe.

Das Bienenvolk produziert aber auch eine große Menge an Biomasse. Biomasse, das sind nicht nur der eingetragene Nektar und das ausgeschwitzte Wachs, auch die Tiere als solche stellen wertvolle Biomasse dar. Ein durchschnittliches Bienenvolk erbrütet etwa 150.000 Tiere im Jahr. Eine Biene wiegt circa 100mg. Damit machen 150.000 Tiere rund 15kg Biomasse aus.

Vernachlässigen wir bei unserer Rechnung, dass die Volksstärke bei der Einwinterung größer ist als bei der Auswinterung, dann fließen diese 15kg vollständig in den Naturhaushalt ein und dienen als Futter für Vögel, Kleinsäuger und Insekten.

Die Zahl von 15kg klingt zunächst gering, aber gehen wir davon aus, dass in Deutschland etwa 1.000.000 Bienenvölker leben, dann produzieren diese Bienenvölker etwa 15.000Tonnen Biomasse. Diese Zahl ist vielleicht einfacher zu ermessen, wenn man sich überlegt, dass ein Afrikanischer Elefant etwa 5Tonnen wiegt. Die Imkerinnen und Imker in Deutschland betreuen damit – sozusagen – eine Elefantenherde von 3.000 Tieren.


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