... summt es wirklich?

 

In letzter Zeit bekomme ich Aufrufe zum unterschreiben, zum protestieren und mich zu engagieren, weil Herbizide und Pestizide unseren Wild- und Honigbienen sowie unsere Natur den Garaus machen!

 

Ja, überwiegend mag das stimmt, jedoch frage ich mich mittlerweile, was macht der einzelne dagegen?

 

Nach rund vier Jahren Imkerei kann ich behaupten, dass mir wenige Menschen begegnet sind, die sich für die Artenvielfalt, geschweige denn für den Arten-schutz oder für die Biodiversität einsetzen!

 

Im Herbst pflanzen sie Krokusse in ihren gepflegten, geleckten Garten und im Sommer wird gespritzt was das Zeug hält. Das finde ich, ist nicht der richtige Weg.

 

Eine nette Blühmischung oder Samenbomben zu werfen, egal was drin ist oder hier hergehört ist leider auch nicht das was wir brauchen! Es sind nicht nur die richtigen Blüten die für unsere Bienen fehlen, es ist auch die Nahrung der Vögel wie Raupen und Larven die wegfallen, weil kein Schwanz einen Streifen Unordnung im Garten ertragen will. 

 

Damals saß der Storch beim Nachbarn auf dem Scheunendach, die Schwalben flogen abenteuer-liche Manöver, über den Feldern sangen die Feldlerchen, und Kiebitze. 

Und heute? Ich kneife die Augen zusammen.

Heute?, fragt ich, beinahe klingt es verächtlich.

„Der Hänfling ist kaum noch da. Die Lerche, früher ein Allerweltsvogel, ist heute eine Besonderheit. Die Grauammer ist im Westen ganz verschwunden. Und der Kiebitz? Der wurde nach unten regelrecht durchgereicht. Stand erst auf der Vorwarnliste, dann stufte man ihn als gefährdet ein, dann als stark gefährdet, und bald wird es heißen, er sei vom Aussterben bedroht.

 

Zu den Insekten gehören auch die Wild- und Honigbienen, über die seit einigen Jahren vermehrt in den Medien berichtet wird. Scheinbar interessiert vielen Menschen dies nicht besonders, weil es vielleicht nach ihrer Meinung, nur störende Insekten sind.

 

Jedoch... wenn keine Wespen mehr unseren Bienenstich anfliegen, keine Mücken uns den lauen Abend versauen und keine Insekten mehr auf der Windschutzscheibe kleben, dann.......

 

Ja, Dann beginnt auch das Vogelsterben, denn ohne fett- und eiweißreiche Insekten gibt es keinen Nachwuchs. 

 

Schau doch mal in die Gärten und Grünstreifen in Wohn- und Industriege-biete, wo ist da noch Artenvielfalt zu finden. Jede Woche wird gemäht und häufig gespritzt und gedüngt, dass auch ja kein Löwenzahn und Blümchen wächst. Natürlich ist es auch den (Klein) Gärtnern bewusst, das Steinäcker

in den Vorgärten keinen Lebensraum für Insekten, wie unsere Bienen bieten, aber eben wenig Arbeit machen?

 

Es liegt an jedem von uns! Ich muss schon sagen es nervt, es geht mir auf den Senkel und ich könnte heulen! Was ist der Grund, dass 70 Prozent der Bevölkerung EBEN NICHT sensibilisiert dafür sind, was um sie herum geschieht? 

 

Haben wir eigentlich verstanden, dass es nicht nur die konventionelle Land-wirtschaft ist, die unsere Biodiversität bedroht?

Den meisten Spritzern scheint es egal zu sein ob Glyphosat oder ein x-beliebiger Todescocktail auf ihr Feld kommt? Hauptsache reiche Ernte mit dem Produkt, welches ja nur gespritzt, überdüngt und nur ein Teil des Problems ist.

 

Es ist nicht nur das Krebsrisiko, sondern auch die damit beschleunigte ökologische Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen die wir alle anrichten.  800.000 Tonnen Glyphosat werden jährlich ausgebracht. Insgesamt schluckt unsere Erde jährlich 2.500.000 Tonnen Gift, mit dem wir unsere Welt in einen Zustand bringen, in dem sie von unseren Kindern übernommen werden muss.

 

Zu welchem Preis? Was kommt nach dem Insektensterben?

 

 

Wissenschaftler bestätigen dramatisches Insektensterben 

- 27 Jahre wurden Schutzgebiete untersucht –die Ergebnisse sind erschreckend: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.

Singende Vögel – zirpende Grillen – farbenprächtige Schmetterlinge? Das war einmal. Die Natur braucht 30.000 Jahre um eine neue Spezies zu schaffen, aber wir rotten pro Tag global 150 Tier- und Pflanzenarten aus.

 

Natürlich wissen wir: Mit dem dramatischen Artensterben sind wir die erste Generation, die den Schöpfer voll ins Handwerk pfuscht.

 

Eine große Rolle spielt die Intensivlandwirtschaft mit ihrem großen Pestizid- und Düngemitteleinsatz. Darüber sind sich die Forscher einig. 94% der untersuchten Flächen waren von Intensivland-wirtschaft umgeben. Die Landwirtschaft ist zwar nicht allein für das Artensterben verantwortlich denn Wissenschaftler nennen als weitere Treiber des Insektensterbens u.a. die Zersiedlung den Klimawandel die Landschaftfragmentierung und die Infrastruktur-maßnahmen.

Und warum müssen Insekten denn unbedingt geschützt werden. Insekten sind aber nötig, damit Öko-systeme überhaupt funktionieren. Ohne Insekten finden Eidechsen, Vögel und Frösche nicht genug zu fressen. Und eine Welt ohne Schmetterlinge ist viel weniger schön und weniger bunt.

Politisch heißt das: Ohne eine Einschränkung der chemischen Spritzereien wird es nicht gehen. Mehr Öko-Landwirtschaft wäre doch ein schönes Thema für unsere Politiker in Berlin. Grüne Politiker, bitte übernehmen Sie! Euer Thema: Agrarwende jetzt!

 

Also, wenn es bei uns wieder ordentlich summen soll, müssen Lebensräume für Vögel, Schmetterlinge, sowie Wild- und Honigbienen nicht nur erhalten sondern zusätzlich auch geschaffen werden. 

Um die vielbeschworene „biologische Vielfalt“ der heimischen Blühpflanzen und Bienen fördern zu wollen, müssen die Menschen erst einmal lernen u.a. auch Bienen wieder wertzuschätzen! Dazu müssen sie auch deren unterschiedliche Bedürfnisse kennenlernen.

 

Auf die Frage, warum gerade Städter etwas für die Bienen tun können, sollten wir antworten;

 

Weil in der Stadt fast alle Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, von Lobbyverbänden und viele Verbraucher zuhause sind.

 

Lernen diese Menschen die Bienen lieben, entscheiden sie politisch oder auch an der Einkaufstheke, ob sie durch die Unterstützung von ökologisch nachhaltigem Konsum auch die Bienen auf dem Land und in der Stadt fördern wollen.“

Jeder der etwas für Bienen tun möchte, muss nicht anfangen zu imkern: „Wer die Honigbienen schätzen gelernt hat, mag auch die Sand-, Löcher oder Maskenbienen und Hummeln. Für all diese Arten Blumen und Sträucher zu pflanzen und Wildbienen an einer Nisthilfe zu beobachten, ist aus Naturschutzsicht wichtiger, als selbst Honigbienen zu halten.“

 

Energie aus Wildpflanzen

 

Die Kulturlandschaft bietet Bienen im Spätsommer nur wenig Nahrung. „Nahrungsoasen“ sind deshalb spätblühende Wildpflanzenmischungen, wie sie z. B. im Rahmen der Agrarumweltprogramme angelegt werden. Diese bieten nicht nur Bienen, sondern auch vielen Wildtieren Nahrung und Schutz. Den Speiseplan von blütenbesuchenden Insekten könnten in Zukunft auch Wildpflanzenmischungen ergänzen, die für die Biogas-gewinnung angebaut werden. Im Rahmen des Projektes „Energie aus Wildpflanzen“ werden mehrjährige Pflanzenmischungen erprobt, die Lebensraum und Nahrung für viele Tiere bieten – auch für Bienen.

 

Fast alle ausgewählten Pflanzen sind attraktive Nektar- und Pollenspender, die die Nahrungslücke im Spätsommer schließen können. Das Anbausystem sieht vor, dass nur einmal gesät, aber über mehrere Jahre geerntet wird. Es sind also in aufeinander folgenden Jahren unterschiedliche Pflanzen auf den Flächen zu finden, die auch zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Werden die Flächen dann zeitversetzt angelegt (in mehreren Jahren in Folge), entstehen so im Sommer attraktive Trachtflächen. Diese Flächen können die Hochleistungspflanze Mais nicht ersetzen, aber eine wichtige Ergänzung liefern die nicht nur Bienen und Imkern nützt.

                            

Kraftfutter für Bienen ...

... ist der Pollen vieler Frühjahrsblüher, insbesondere der Weiden. Für die Aufzucht einer Biene benötigt das Bienenvolk etwa 145mg Pollen. Dies entspricht etwa 10 Paar Pollenhöschen. Die erwachsene Biene benötigt dann noch etwa 40mg Pollen für den Aufbau von Muskulatur und körpereigenen Eiweißen. Diese 185mg Pollen sind, bezogen auf das Bienenvolk und über das gesamte Jahr, nicht zu unterschätzen. 

 

Wer Bienenvölker in seinem Garten aufstellt, muss also in Gedanken überprüfen, ob sein Standort im Jahr genug Pollen im Umkreis von 3km liefern kann. Wenn der Standort dies nicht erfüllt, hilft nur eins: Völkerzahlen reduzieren oder Bienenweide anpflanzen. Aktiv mit Landwirten, Nachbarn, Kleingärtnern und Stadtgärtnern das Gespräch suchen und auch den einen oder anderen Euro (oder ein paar Gläser Honig) als Anreiz für die Ansaat von Bienenweide investieren. Dieses Geld ist gut angelegt, denn gut versorgte Völker sind die Grundlage für eine erfolgreiche Imkerei.

 

Einheimische Gehölze bieten etlichen Insekten wie Bienen und Schmetterlingsraupen Nahrung. Der Faulbaum z.B. dient der Raupe des Zitronenfalters als Futter. Mit exotischen Sträuchern wie Thuja, Kirschlorbeer, Sitkafichte können unsere Schmetterlinge nichts anfangen.

 

Das Anlegen einer Hecke mit einheimischen Sträuchern wäre ein wichtiger Schritt zum Insekten freundlichen Garten. Viele dieser wichtigen Nahrungspflanzen werden in den meisten Gärten mühsam ausgemerzt, tlw. sogar mit Gift. Hier wäre eine größere Akzeptanz der einheimischen Flora für alle Insekten überlebenswichtig.

Vielleicht könnte eine kleine wilde Eckeim Garten mit Brennnessel, Brombeere oder Ampfer für unsere Schmetterlinge und Bienen reserviert werden.

 

Oder einfach nur "bienen-pate" werden!

 

Natürlich können Sie uns als Gönner mit einer Geldspende unterstützen.

Wir garantieren Ihnen, dass Ihr Beitrag zu 100% den Bienen zugutekommt. Da die Mitglieder von bienen-pate-bremen unentgeltlich und Non-Profit arbeiten, gibt es bei uns keinen Verwaltungsaufwand oder schwarze Löcher, wo das Geld verschwindet. Wir kämpfen gegen das Bienensterben. Winterverluste von 25 - 90% müssen nicht sein. Andere reden darüber - wir tun was!  

 

Wor de Möwen schrieen gell int Stormgebrus, Dor is mine Heimat, dor bün ick to Hus……

un wenn di een in de Stadt buten up de Strot up Hoochdütsch frogen deit: „Verzeiung, haben Sie die genaue Uhrzeit?“ Un du kickst no dien Klock un segst up Platt: „Jo, dat is nu jüst söben Minuten no twee!“ Denn hest du mit düsse negen lütten Wört mihr für uns`plattdütsche Muddersprok don, as wenn Du Di in´n hus hinsetten deist un schrifst up Hoochdütsch`n grooten „Artikel“ „über den bedauerlichen Rückgang der niederdeutschen Sprache und Eigenart!“


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